Jugend-information

Sprich mit uns!

Als Betroffene neigen wir besonders dazu, dem Bösen in die Falle zu gehen. Kinder, die geschützt und geliebt aufwachsen, suchen sich keine Mittel, um sich vor schweren Gefühlen zu schützen, die überwältigend sind. Sie haben auch keine sexuelle Ausbeutung erlebt, die ihr Selbstvertrauen so zerstört hat, dass sie sich nur dann angenommen fühlen, wenn sie sexuellen Dienstleistungen anbieten oder Schläge aushalten. Daher ist es besonders wichtig für uns Betroffene, mit diesen Herausforderungen umgehen zu lernen. Als Betroffene wissen wir sehr wohl Bescheid über das, wovor uns nicht nur unsere Eltern gewarnt haben. Leider können wir diese Warnungen nicht ernst nehmen – denn diese Personen haben uns bereits zu oft verraten. Das ist der Kern des besonders risikoreichen Verhaltens in unserem Leben. Als Betroffenen wissen wir das und wissen auch, dass es kaum Möglichkeiten von außen gibt, hier einzugreifen. Wenn du trotzdem Hilfe willst und dich mit Menschen unterhalten möchtest, die selbst von psychischer und/oder physischer Gewalt in der Kindheit betroffen sind, sprich mit uns!

 

Cybergrooming

Als Cybergrooming werden Handlungen bezeichnet, welche strategisches Vorgehen von Täter:innen in online Chatrooms von digitalen Medien zur Vorbereitung von sexuellem Kindesmissbrauch darstellen. Oft gehen Täter:innen so vor, dass sie den Kontakt suchen, das Vertrauen der Kinder gewinnen, deren Wahrnehmung manipulieren und sie in Abhängigkeit verstricken und dafür sorgen, dass sie sich niemanden anvertrauen. Dieser stufenweise Vertrauensaufbau führt oftmals zum Fordern von freizügigen Fotos der Kinder und weiterer Erpressung durch die Täter:innen. Im Extremfall kann es so weit kommen, dass die Täter:innen die Kinder und Jugendlichen zu persönlichen Treffen überreden und erpressen können, bei denen es zu sexuellem Missbrauch kommen kann.

Die Folgen für die Kinder können weitrechend sein. Es kann zu Störung in der Entwicklung, Verdinglichung der eigenen Sexualität, posttraumatischen Belastungsstörungen, affektiven Störungen, Essstörungen und weiteren psychischen Erkrankungen und Belastungen kommen.

Ein wichtiger Präventionsschritt wäre die Aufklärung der Kinder durch Eltern und Pädagog:innen über die Gefahren und Risiken des Internets und der richtige Umgang mit diesen.

Fakten-Check: Seit 1.1.2012 sind Grooming und Cyber-Grooming strafbar – Anbahnung von Sexualkontakten zu Unmündigen (§ 208a StGB) und strafbares Einwirkens auf Kinder mit technologischen Mitteln (§ 176a Abs. 1 Nr. 3 und § 176b StGB). Das Gesetz verbietet Cyber-Grooming sowie die Kontaktaufnahme mit sexuellen Absichten im realen Raum bei Personen unter 14 Jahren. Im Jahr 2019 wurden 3.264 Fälle des strafbaren Einwirkens auf Kinder mit technologischen Mitteln verurteilt, was einen Anstieg von 34% zu 2018 darstellt, wobei angenommen wird, dass die Dunkelziffer viel höher ist.

Gefahren für Jugendliche

Drogen

Rauschmittelkonsum bei Minderjährigen ist besonders bedenklich, da das Gehirn von Jugendlichen noch nicht fertig entwickelt ist und folglich die Schäden und das Risiko des Konsums deutlich größer ist als bei Erwachsenen.

Alkohol: Alkoholkonsum ist in Österreich, abhängig vom Bundesland, ab 16 beziehungsweise ab 18 Jahren gesetzlich erlaubt. Grundsätzlich gilt, je Jünger das Kind, desto niedriger ist die Alkoholverträglichkeit. Besonders „Rauschtrinken“, also exzessiver punktueller Alkoholkonsum, stellt ein weit verbreitetes Problem im Jugendalter da. Mit steigender Alkoholkonzentration im Blut verändert sich die Alkoholwirkung – gefährlich wird es bereits ab dem Hypnosestadium, bei dem das Bewusstsein schon eingeschränkt ist. Hier kommt es zu vermehrt zu Aggressivität, Koordinationsstörungen und Artikulationsstörungen. Hört man spätestens hier nicht auf Alkohol zu trinken, kommt es in weiterer Folge zum Narkosestadium. Hier stellt sich Bewusstlosigkeit ein und es kann zum Schockzustand kommen. Der Blutdruck ist zu niedrig und wichtige Reflexe werden vom Körper nicht mehr korrekt ausgeführt. Dieser Zustand ist lebensgefährlich. Weitere gesundheitliche Folgen vom Rauschtrinken können Schäden in Gehirnbereichen sein, die für die Gedächtnisleistung wichtig sind, sein. Auch psychische Krankheiten können eine Folgeerscheinung des übermäßigen Alkoholkonsums darstellen.
Tabak: Die Mehrzahl der erwachsenen Raucher haben bereits im Jugendalter mit dem Rauchen begonnen. Der Körper von Jugendlichen ist aufgrund der noch stattfindenden Reifung der Organe anfälliger für die Schäden des Rauchens auf die Entwicklung der Lungen, der Knochen und des Kreislaufs. Jugendliche Raucher leiden häufig an erhöhtem Puls, Kurzatmigkeit, geringeres Lungenvermögen sowie eine geringere Knochendichte. Das Nikotin wirkt außerdem stärker auf das Gehirn der Jugendlichen, was zu stärkerer Abhängigkeit führen kann.
Cannabis und elektronische Zigaretten: Besonders für unter 16-jährige ist häufiger Cannabiskonsum mit mehr Risiken verbunden als für Ältere. Bei häufigem Cannabis- und Tabakkonsum werden die Atemwege stark geschädigt. Weiters ist Cannabis auch eine psychoaktive Substanz, die den Gehirnstoffwechsel beeinflusst und verändert, was einen negativen Einfluss auf die Entwicklung von Gefühlen und Bedürfnissen der Jugendlichen haben kann. Außerdem ist erwiesen, dass das Risiko bei Menschen, die schon als Jugendliche regelmäßig Drogen konsumiert haben, deutlich höher ist, später von Suchtmitteln abhängig zu werden oder andere psychische Krankheiten zu entwickeln.

Essverhalten

Als Kind lernt man schon früh, seine Emotionen mit Essen zu regulieren. So werden die Verhaltensgrundlagen für das spätere Leben geschaffen. Hinter “zu viel” essen kann häufig der Versuch stehen, eine innere Leere zu füllen. Es kann auch als gelernter Coping-Mechanism verstanden werden, um mit negativen Gefühlen umgehen zu können. Aber auch der absichtliche Verzicht auf ausreichend Nahrung, kann als Coping-Mechanismus verstanden werden. Es kann einem das Gefühl von Kontrolle und Macht über sein Leben geben, seine Nahrungszufuhr einzuschränken oder anderweitig zu kontrollieren. Es ist wichtig, andere Wege zu finden, um mit den Emotionen umgehen zu können. Gerne unterstützen wir dich, wenn du den Teufelskreis durchbrechen willst. 

Sexualität

Grundsätzlich ist einvernehmlicher Sex unter Jugendlichen ab 14 Jahren straffrei. Kommt es zum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr ist es wichtig, auf ausreichende Verhütung zu achten. Dadurch soll nicht nur eine ungewollte Schwangerschaft ausgeschlossen werden, sondern auch die Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten verhindert werden.

Peer-Group

Der Freundeskreis von Jugendlichen stellt einen wichtigen Faktor bei ihrer Sozialisation und Identitätsbildung dar. Die Peergroup leistet einen entscheidenden Beitrag zum Verhalten, der Freizeitgestaltung, des Kleidungsstils, … der Teenager. Trotz der extremen Wichtigkeit der Altersgenossen in diesem Reifungsprozess, ist es wichtig sich dessen bewusst zu sein, dass der Einfluss dieser Peergroup auf den Jugendlichen sehr groß ist und durchaus die Gefahr besteht, dass dieser Einfluss auch negativ sein kann.

Medienkompetenz

Text für Medienkompetenz