was uns hilft

Psychotherapie

Wörtlich übersetzt bedeutet Psychotherapie „Behandlung der Seele“ und wird bereits seit über 100 Jahren als Mittel bei psychischen Leiden und Erkrankungen angewandt. Mit psychologischen Methoden – wie z.B. psychotherapeutischen Gesprächen, Entspannungsverfahren oder kognitiven Methoden – werden Erkrankungen oder Probleme des Denkens, Handelns und Erlebens identifiziert und therapiert. Psychotherapie kann bei Veränderungsprozessen unterstützen und die persönliche Entwicklung und ganzheitliche Gesundheit fördern. Dabei gibt es verschiedene therapeutische Verfahren zur Behandlung von seelischen Krankheiten, die in Anspruch genommen werden können.

Wenn ein Kind Gewalt erfährt und daher unter erheblichen psychosozialen Belastungen zu leiden hat, hat dies negative Auswirkungen auf sein späteres Leben und seine Gesundheit. Wenn es zusätzlich noch an Schutzfaktoren fehlt, kann es unter anderem zu einer posttraumatischen Belastungsstörung kommen. Eine Traumatherapie kann dabei helfen, schlimme Ereignisse aus der Kindheit zu verarbeiten und sein Leben wieder in die Hand zu nehmen. Auch bei anderen Spätfolgen von Gewalt in der Kindheit wie Depression, Angststörungen, Essstörungen oder Persönlichkeitsstörungen zeigt sich, dass Psychotherapie das Wohlbefinden der Betroffenen verbessert und helfen kann mit belastenden Gedanken und Herausforderungen umzugehen.

In Österreich sind im Moment 23 psychotherapeutische Methoden anerkannt, die sich grob in vier Richtungen teilen lassen:

Verhaltenstherapeutisch (Verhaltenstherapie)

In der Verhaltenstherapie wird versucht das eigene Verhalten und die eigenen Einstellungen zu verändern.

Tiefenpsychologisch-dynamisch (z.B.: Individualpsychologie, Transaktionsanalytische Psychotherpie)

Tiefenpsychologisch-dynamisch fundierte Psychotherapie ist eine Weiterentwicklung der Psychoanalyse. Sie fokussiert sich auf die Verarbeitung bestimmter Konflikte aus der Vergangenheit. Es werden auch klassische Techniken aus der Psychoanalyse, wie die freie Assoziation und Beziehungsanalyse, angewandt.

Systemisch (Systemische Familientherapie, Neuro-Linguistische Therapie)

Die systemische Therapie legt ihren Schwerpunkt auf den sozialen Kontext psychischer Störungen, insbesondere auf die Interaktionen zwischen Mitglieder der Familie und deren sozialer Umwelt.

Humanistisch  (z.B.: Klient:innenzentrierte Psychotherapie, Integrative Gestalttherapie)

Humanistische Psychotherapieformen bauen auf der Selbstverwirklichungstendenz des Menschen und der wachsenden Fähigkeit der Selbstverantwortung auf. Hier wird der Mensch als sinnsuchendes Wesen betrachtet, das grundsätzlich als fähig angesehen wird, das Leben sinnvoll zu gestalten und Probleme aus eigener Kraft zu überwinden.

 

Für weitere Informationen zu Therapieformen und verfügbaren Therapieplätzen: Therapieangebote

Psychoanalyse

Diese Therapieform wird oft dafür kritisiert, dass die/der Therapeut:in nicht mit der/dem Klient:in spricht. Was sicherlich Nachteile hat. Was ich an dieser Therapieform so schätze, ist die Pflicht, selbst auf die Probleme zu kommen und ebenso selbst die Lösungen zu finden. Das führte zu einer tiefgreifenden Charakteränderung. Wir können diese Therapieform jenen Betroffenen empfehlen, die das Gefühl haben, im falschen Leben zu stecken. Wenn es den eigenen Wertvorstellungen nicht entspricht und sich fremd anfühlt, du immer wieder Wiederholungszwängen ausgesetzt bist, dann bist du hier richtig.

Hypnose

Hypnose ist die Umgehung des kritischen Faktors des Bewusstseins und die Etablierung von geeignetem, selektivem Denken. Einfacher: der ständige Kritiker in uns wird ganz bewusst eine Zeit lang auf leise gestellt, um neue, gewünschte, unterstützende Ideen und Gedanken wirken lassen zu können. Durch die Hypnose ist es möglich bewusst in einen Bewusstseinszustand zu wechseln, der dabei unterstützt, Ziele zu erreichen. In der Hypnose ist man in entspannt, konzentriert und aufnahmefähig.

NLP - Neuro-linguistisches Programmieren

NLP wurde in den 1970er Jahren in den USAvon dem Mathematiker und Gastalttherapeuten Richard Bandler und dem Linguisten John Grinder entwickelt. Es handelt sich dabei um ein hoch effizientes Kommunikations- und Motivationsmodell. Neuro – das neurologische System: wie unsere Sinneseindrücke in Vorstellungen und Gedanken, bewusst und unbewusst, umgesetzt werden. Die Gesamtheit all unserer Wahrnehmungsprozesse und Verhaltensäußerungen basiert auf unserem Nervensystem. Linguistisches – die Sprache: wie wir Sprache gebrauchen, um mit uns (innerlich) und mit anderen (äußerlich) zu kommunizieren. Wir drücken die eigenen Wahrnehmungen, Erfahrungen und Vorstellungen in sprachlichen Mustern aus. Dadurch entsteht für uns auch die Möglichkeit, dass „Weltbild“ eines Menschen anhand seines Sprachgebrauchs zu erkennen und mittels Sprache Veränderungen in der Einstellung zu sich selbst und zu anderen zu bewirken. Programmieren – die Muster, die Prozesse, die Strukturen: welche inneren und äußeren Prozesse und Verhaltensmuster wir anwenden und wie wir sie erkennen und gezielt verändern können.

Seelsorge

Auch Religion ist ein wichtiges Mittel, um das Ich zu stabilisieren. Ein fester Glaube an Gott, strenge Regeln, die den Alltag strukturieren, klare Bilder von Gut und Böse. Solange es die Möglichkeit gibt, mit anderen zu sprechen und nicht jedes Gespräch eine Mission ist, sehen wir hier Hilfestellung für Betroffene von Gewalt in der Kindheit.

Meditation

Da Aggression gegen sich oder andere eines unserer Hauptprobleme als Betroffene von Gewalt in der Kindheit ist, hilft Meditation dabei, in Ruhe den eigenen Gedanken zuhören zu lernen. Sie sind der Weg, der uns aus der Aggression führen kann. Meditation schafft die innere Ruhe, die bei der Auseinandersetzung mit der Kindheit helfen kann. In sich hineinzuhören, konfrontiert einem mit vielen Ängsten und Abgründen. Und diese dann so zu bearbeiten, dass die Folgen von unguten Erlebnissen und Traumen das eigene Leben und den Umgang mit anderen nicht mehr negativ beeinflussen, ist ein Ziel, das zu erreichen sich lohnt.

Beratende Elemente

Vielen von uns hilft es auch einfach in unterschiedlichen Zusammenhängen das Leben auszuprobieren. Lebens- und Sozialberater:innen können hier Hilfestellungen leisten, wenn der Alltag schwierig, die Einsamkeit groß, die Aggressionen überbordend oder die Depression zu drückend wird. Es gibt keinen Grund sich zu schämen, wenn man Hilfe sucht. Im Gegenteil ist es ein Zeichen von Stärke, sich die richtige Hilfe zu suchen. Wir koordinieren gerne.

Wissen

Wissen ist Macht. Wissen schafft Distanz. Erfahrungen von Gewalt in der Kindheit sind vor allem von einem allumfassenden Gefühl der Ohnmacht geprägt. Hineingezogen in einen Strudel an Dingen, deren Sinn sich dem oder der Betroffenen entzieht, beginnt die Nähe zu sich selbst und seinen Erfahrungen irgendwann zu schmerzen. Im Erwachsenenalter lassen sich die Überreste dieser Kindheitsgefühle vor allem durch das Wissen über sie überwinden. Zu wissen, welche Mechanismen in familialen Strukturen zu Gewalt führen, welche gesellschaftlichen Bedingungen unterlassene Hilfeleistung begünstigen und was genau die Verzerrungen in der eigenen Psyche bedeuten, distanziert die gegenwärtige Wahrnehmung von der Vergangenheit. Sie wird zum Forschungsobjekt, das Grundlage für die Arbeit an sich selbst wird. Wissen gibt uns Betroffenen Macht unser Leben selbstbestimmt zu gestalten! Wieder Kontrolle über es zu gewinnen.